Krafttraining mit SMA-III?

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  • Krafttraining mit SMA-III?

    Hallo,

    mich würde mal interessieren wie ihr über Krafttraining bzw. Muskelbeanspruchung mit SMA-III denkt.

    Ich habe für mich persönliche folgende Erfahrungen - wenn ich meine Muskeln über einen Zeitraum (1 Monat +) stärker beansprucht habe - gemacht:

    - Konnte schwerere Lasten stemmen (ca 4-5 kg)
    - Konnte mich selber besser halten bzw. im Rollstuhl stabilisieren
    - Konnte u. a. auch einzelne Stufen mit dem Rollstuhl überwinden bzw kleinere Absätze (max. 5-6cm) hinauffahren

    Nun heißt es ja, dass man als SMA'ler seine Muskeln nicht zu sehr beanspruchen, sondern eher auf Ausdauer trainieren solle (Dr. Schoser - Baur-Klinik München). Meine Frage ist nun, wie ihr das handhabt. Stemmt ihr Hanteln? Trainiert iht z. B. mit einem Terraband oder macht ihr nur ganz normal Krankengymnastik und versucht eure Muskulatur so zu erhalten?

    Momentan habe ich die ganze Sache (außer Krankengymnastik) etwas "ruhen" lassen und merke, dass meine Armmuskulatur zunehmend schlechter wird - würdet ihr wieder mit größerer Muskelbeanspruchug (nicht unebdingt auf Maximalkraft) anfangen?

    Vielen Dank schonmal für eure Meinungen

    Gruß Andy
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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Andreas ()

  • Hallo Andy!

    Leider kann ich dir nicht von meinen persönlichen Erfahrung berichten, den ich habe ja kein SMA. Aber ich denke, du solltest vielleicht wieder trainieren? du wirst ja sehen wie es sich dann verhält, du vielleicht wieder mehr Kraft oder Ausdauer bekommst. Aber Überanstrengung meiden ist denke ich schon wichtig.
    Aber wie gesagt, hab keine Ahnung :rolleyes:

    gruß
    Nina
    Mama Nina´83, mit Schwester´99 und Evelin,11.06,v.a. Central-Core-Myopathie, über Tracheostoma beatmet, über peg ernährt
    "Wir wissen nicht was das Leben dir bringt,aber wir werden dir helfen das vieles gelingt"
  • RE: Krafttraining mit SMA-III?

    Lieber Andreas,

    also ich habe SMA III und kann dir sagen, dass ich, bevor ich mir den fuss gebrochen habe, sehr viel trainiert habe. habe fast jeden tag etwas gemacht. Ich hatte Hanteln (aber nur 1 kg und machte damit gymnastik), einen Stepper und ein laufband. Im sommer kommt natürlich das schwimmen dazu. 1-mal die woche gings ins fitnesscenter und 1x die woche trainierte ich sicherlich 1 stunde am tag mit den geräten. ab und an hatte ich auch ein gymnastikvideo (Cindy Crawford), wo ich alles mitmachte, das ich konnte und wenn ich was nicht konnte dann ruhte ich mich aus oder es ging an den stepper. das dauerte eine halbe stunde. da du ja einen rollstuhl hast, könntest du vielleicht mal diesen radheimtrainer ausprobieren, den man sich vor die couch oder rolli stellen kann und dann radeln mit den beinen.weisst was ich meine?damit könnte man auch die hände trainieren. Aber trainieren sollte man schon, aber vielleicht nicht mit 5 kg hanteln. wirst ja auch viel zu schnell müde.
    So, genug des Guten. ich glaube jeder sollte seinen körper so gut kennen,dass es weiss, wann es für einen genug ist und vor allem auch was einem gut tut und was nicht. das kann man halt nicht verallgemeinen.

    Wünsche dir viel spass beim training
    Gabi
    Mama Gabi (44 Jahre SMA III), Papa Pascal (41 Jahre gesund) und unsre kleine Maus Nicola ( 04.01.2007 SMA II) :P
  • RE: Krafttraining mit SMA-III?

    Hallo Andreas,

    auf jeden Fall solltest du deine Arme trainieren, nur so kann man das ganze etwas aufhalten. Vor allen wenn du merkst das dir das Training gut tut. Ich trainiere seit 3 Jahren im Fitnesstudio und kann es direkt
    merken wenn ich mal 1 Woche nichts tue. Man braucht nicht unbedingt viel tuen, nur man sollte es regelmäßig machen. Ich selber
    trainiere zuhause jeden morgen nachdem aufstehen 2 Stunden. Hanteln, Beinpresse, Ergometer und Trockenübungen die ich aus der
    Visiotherapie übernommen habe. Zudem gehe ich 2-3mal pro Woche
    im Fitnesstudio trainieren in Verbindung mit Kreatin damit die Muskulatur
    nicht überanstrengt wird. Ich kanns nur empfehlen ( SMAIII/41 Jahre).


    Gruß Micha

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Micha ()

  • Maybritt (9, Typ III) wird nächste Woche mit leichtem Krafttraining für die Beine
    beginnen. Unser Sportverein hat ein eigenes kleines Fitnessstudio und eine Übungsleiterin wird eine
    halbe Stunde mit ihr trainieren.
    Bei ihr sind bisher nur die Oberschenkel betroffen, und so kann man gezielte Übungen machen. Gestern waren wir kurz da, um zu sehen, ob sie für die Geräte schon groß
    genug ist. Sie hat ein Gerät ausprobiert, und selbst ohne zusätzliches Gewicht war es für sie schon
    schwer zu bewegen. Die Übungsleiterin hat mitgeholfen und dann ging es ganz gut. Sie wird dort nicht aus den Augen gelassen und die Übungsleiterin wird immer dieselbe sein, so dass es sich sicherlich einspielen wird. Auf jeden Fall ist
    sie da in guten Händen und vielleicht
    kann sie im Laufe der Zeit ein bisschen Kraft aufbauen. Unsere
    Physiotherapeutin meint auch, dass wir
    es ruhig mal ausprobieren sollten. Sie hat auch gemerkt, dass Maybritt
    nach unserem Urlaub, in dem wir
    viel geschwommen sind, wieder etwas kräftiger war. Sie reitet auch und voltigiert, aber es gibt im täglichen Leben viele Gelegenheiten, bei denen sie die Oberschenkel nicht so einsetzt wie sie es eigentlich könnte, und deshalb wollen wir versuchen, ein bisschen gegenzusteuern.

    Wir wollen es erstmal
    1x pro Woche probieren,
    können aber auch mehr machen, wenn es Maybritt Spaß macht. Sie freut
    sich auf jeden Fall schon.Ich hoffe, dass es gut läuft und werde dann mal berichten, ob ich realistische Vorstellungen hatte.
    Viele Grüße
    Tanja
  • Meinen Erfahrungen nach ist es am besten eine regelmäßige aber moderate Belastung zu haben. Wenn ich zur Kräftigung zb. viel in der Wohnung umherlaufe, dann bekomme ich irgendwann ein ziehen/reissen in den Waden. Das ist für mich das Zeichen ne gute Pause zu machen, sonst bekomme 1-2 Tage später das Resultat (Beinschwäche) zu spüren.
    Früher habe ich da nicht so drauf geachtet und bin dann immer wieder oft gestürzt.
    Also Belastung ja, aber niemals übertreiben.
    Thomas
  • Moderat und regelmäßig, das ist auch unsere Vorstellung. Wir wollen auf keinen Fall eine zu große Belastung beim Training, darum werden wir ganz klein anfangen und auch immer eine Übungsleiterin dabeihaben. Und wenn eine halbe Stunde zu lang sein sollte, hören wir eben früher auf. Wichtig ist uns, dass Maybritt Bewegungsabläufe trainiert, die sie sonst vermeidet. Sie kann z.B. beim Treppensteigen die Knie hochziehen und gerade hochgehen. Es ist für sie aber einfacher, den Fuß nach außen zu schwingen und ihn dann auf die nächste Stufe zu setzen. Auch beim Gehen kann sie abrollen und den Fuß gerade nach vorne aufsetzen, das ist aber anstrengender als die Wade zu beanspruchen. So umgeht sie eben das "natürliche" Oberschenkeltraining. Weil ihr das jetzt mit 9 einfach noch nicht so wichtig ist, wollen wir ein zusätzliches Training ausprobieren.
    Viele Grüße
    Tanja
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  • Hallo Summer,

    ein Krafttraining ist vielleicht nicht schlecht, aber ich bin der Meinung, dass das nicht von einer Trainerin im Kraftstudio gemacht werden sollte, da die sich ganz sicher nicht mit der Behinderung auskennt. Besser wäre ihr würdet diese Dinge mit der KG und Ergotherapeutin durchführen, denn hier weiß man besser bescheid. Gerade in unserem Fall finde ich es ganz wichtig, dass wir von "Spezialisten" betreut werden, auch was diese Therapien betrifft.
    Maybritt benutzt ihre Muskeln so, wie es für sie am Besten und Einfachsten geht, ohne sich zu überanstrengen. Finde ich besser, als wenn sie sich überanstrengt und so bewegt wie ihr es euch wünscht, denn das kann schnell dazu führen, dass sie schnell ermüdet und gar nicht mehr kann. Wir SMArtys suchen uns immer den besten Weg etwas zu schaffen, um ohne Hilfe auszukommen. So wie sie sich fortbewegt, solltet ihr sie lassen, denn immerhin kann sie es so und braucht so den Rolli nicht.
    Liebe Grüße
    Sandra
  • Hallo Sandra,

    überanstrengen soll sich Maybritt auf keinen Fall. Und auch die Physiotherapeutin rät uns ja, es mal zu probieren. Wenn sich herausstellen sollte, dass es nicht das richtige ist, lassen wir es wieder.

    Maybritt ist nicht behindert, sie ist natürlich durch SMA auf lange Sicht von Behinderung bedroht. Sie selbst weiß auch über die Krankheit und die möglichen Folgen Bescheid, aber sie setzt sich noch nicht damit auseinander. Das ist auch gut so, sie soll so unbefangen wie möglich aufwachsen. Hätte es den Gentest nicht gegeben, wüssten wir gar nichts davon. Ihre Einschränkungen sind sehr gering. Sie rennt, wenn auch nicht besonders schnell und nicht sehr ausdauernd, sie fährt Fahrrad, Rollerskates, springt Trampolin (je länger desto lieber auf dem 3m-Teil unserer Nachbarn) und geht 2x täglich ihren Schulweg, 1,7 km pro Strecke. Sie hat eine Krankheit, ist aber nicht krank, und wir wollen, dass sie weiterhin Spaß an viel Bewegung hat.

    Natürlich habe ich als Mutter die Hoffnung, dass die Oberschenkel durch all die Aktivitäten kräftiger werden könnten. Und ich möchte mir nie sagen müssen, ich hätte nicht alles versucht.
    Viele Grüße
    Tanja
  • Hallo,

    auch bei uns steht Krafttraining zur Diskussion, nachdem Christopher (14, SAIII) in der Reha merkte, dass ihm die "Mucki-Bude" sehr viel Spaß machte. Nachdem nun endlich was gefunden war, hab ich mich genau erkundigt und folgende Auskünfte erhalten: Prof. Korinthenberg sagte, Krafttraining grundsätzlich ja, allerdings Belastung höchstens 60 % des Möglichen, in der Reha durfte Christopher das auch nur unter Anleitung machen. Wir haben hier ein Gesundheitszentrum, die bieten Reha-Sport an. Hier führten wir ein Vorgespräch bei dem wir darauf Wert legten, dass er von Mitarbeitern (das sind dort Physiotherapeuten oder Sportlehrer) betreut wird, die wenigstens mal was über Muskelerkrankungen gehört/gelernt haben. Ab nächste Woche wird er wohl 2 x die Woche "Krankengymnastik an Geräten" und 1 x KG nach "Bobath" machen. Ich werde über unsere Erfahrungen berichten...



    LG

    Stefi
    Stefanie mit Christopher '93 SMA III
  • Hi,

    ich würde das Wort Krafttraining in Richtung Training ändern. Ich trainiere nun seit 13 Jahren im Fitnessstudio, seit 4 Jahren bei mir privat im Keller.
    Das Problem ist das man mit dem Training im ersten halben Jahr ganz gut klar kommt und man tatsächlich mehr stemmen kann oder bewegen. Dann kommt plötzlich die Sperre. Man kommt einfach nicht über eine bestimmt Grenze im Gegenteil die Musklen sind dann merklich erschöpft. Ab diesem Punkt wird das Training kontraproduktiv. Spätestens da sollte man eine Pause machen oder völlige andere Übungen machen bzw. Bewegungsabläufe. Bei mir ist es so das ich ein halbs Jahr Cardotraining mache mit eine Rad, anschliessend wechsel ich auf eine Art Rudermaschine. Mit Gewichte trainiere ich ganz selten. Ich habe gemerkt langfristig schadet es den Körper mehr. Ich weiß nicht warum, vielleicht liegt es bei uns smartys daran, dass durch das Krafttraining kurzfristig alle Reserven mobilisiert werden.
    Ich habe den Trainingsplan eher auf Bewegungstraining umgestellt. Viel Bewegung mit dem eigenen Körper- gewicht. Das ist Gewicht genug und stabilisiert die gesamte Muskelatur. Viel wichtiger als die Muskelatur sind mir die Bänder und Sehnen. Deshalb viel wichtiger als Hanteltraining und Co ist das dehnen und bewegen.

    Leider muss man sich klar machen sobald man eine Pause macht, zieht die Pause einen doppelt die Füsse weg.
    Da ist die größte Herausforderung das über die Jahre durchhalten. Aber der Lohn ist längere Beweglichkeit.

    PS: Stefanie ich glaube das mit der "Mucki-Bude" war bei mir auch so. Ich fing mit 15 Jahre an fast täglich ins Studio zu rennen. Am Anfang hatte man ein wenig Hoffnung und auch ein paar Erfolge. Man sollte aufpassen das man den Punkt nicht überschreitet, dass man auf Krampf probiert die Muskeln zu trainieren. Für einen Jugendlich ist das sehr schwer die Grenze zu erkennen. Wichtig ist das man jemand hat der einen ab und zu etwas bremst.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von globalfan ()

  • globalfan schrieb:

    Hi,

    ich würde das Wort Krafttraining in Richtung Training ändern. Ich trainiere nun seit 13 Jahren im Fitnessstudio, seit 4 Jahren bei mir privat im Keller.
    Das Problem ist das man mit dem Training im ersten halben Jahr ganz gut klar kommt und man tatsächlich mehr stemmen kann oder bewegen. Dann kommt plötzlich die Sperre. Man kommt einfach nicht über eine bestimmt Grenze im Gegenteil die Musklen sind dann merklich erschöpft. Ab diesem Punkt wird das Training kontraproduktiv. Spätestens da sollte man eine Pause machen oder völlige andere Übungen machen bzw. Bewegungsabläufe. Bei mir ist es so das ich ein halbs Jahr Cardotraining mache mit eine Rad, anschliessend wechsel ich auf eine Art Rudermaschine. Mit Gewichte trainiere ich ganz selten. Ich habe gemerkt langfristig schadet es den Körper mehr. Ich weiß nicht warum, vielleicht liegt es bei uns smartys daran, dass durch das Krafttraining kurzfristig alle Reserven mobilisiert werden.
    Ich habe den Trainingsplan eher auf Bewegungstraining umgestellt. Viel Bewegung mit dem eigenen Körper- gewicht. Das ist Gewicht genug und stabilisiert die gesamte Muskelatur. Viel wichtiger als die Muskelatur sind mir die Bänder und Sehnen. Deshalb viel wichtiger als Hanteltraining und Co ist das dehnen und bewegen.

    Leider muss man sich klar machen sobald man eine Pause macht, zieht die Pause einen doppelt die Füsse weg.
    Da ist die größte Herausforderung das über die Jahre durchhalten. Aber der Lohn ist längere Beweglichkeit.

    PS: Stefanie ich glaube das mit der "Mucki-Bude" war bei mir auch so. Ich fing mit 15 Jahre an fast täglich ins Studio zu rennen. Am Anfang hatte man ein wenig Hoffnung und auch ein paar Erfolge. Man sollte aufpassen das man den Punkt nicht überschreitet, dass man auf Krampf probiert die Muskeln zu trainieren. Für einen Jugendlich ist das sehr schwer die Grenze zu erkennen. Wichtig ist das man jemand hat der einen ab und zu etwas bremst.


    Besser kann man das nicht sagen! All diese Erfahrungen habe ich auch gemacht!
    Das nach einem längeren Training nen Stop kommt ist auch garnicht so unnormal ...... geht wohl gesunden auch so und nennt sich Platoophase. Das "unsereins" dann plötzlich vollends abbaut hat aber wohl eher mit der SMA zu tun.
    Wie globalfan schon sagte, weiß auch ich aus eigener Erfahrung das es das allerwichtigste ist, das richtige Maß, die Grenze zu finden. Und ja , das ist wirklich nicht leicht :D . Man fühlt sich gut, es wirkt ja, das Training. Doch eines Tages plötzlich wollen die Beine einfach nicht stabil stehen,die Waden reissen, man fühlt sich wie ein Bleisack (oder sowas :D )
    Also, ruhig Blut, bewegen wie es geht, sämtliche Bewegungen einbeziehen, täglich und Moderat aber eben nicht pumpen. Muckibude ist vielleicht garnicht so gut.
    Er muß lernen auf seinen Körper zu hören, Symptome zu erkennen die Bremse rechtzeitig zu ziehen. Schmerzende, reissende, zwickende, stechende Muskeln sind schon ein Zeichen von Überlastung.
    Schonmal an schwimmen gedacht? :)


    Grüße
    Thomas

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von thfiedler ()

  • Hallo thfiedler,
    Schonmal an schwimmen gedacht?


    ja, aber das macht er nicht so gerne.Ich denke, dass gerade die Geräte im Kraftraum Jungen im seinem Alter viel mehr ansprechen. Zum Schwimmen sagte man, dass das Wasser nicht zu kalt sein sollte, da sich da die Muskeln verkrampfen.

    LG

    Steffi
    Stefanie mit Christopher '93 SMA III