Aus Liebe zum Leben

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    • Ich habe den Artikel gerade gelesen und er beleuchtet wirklich gut, aus welchen Blickwinkeln die PID gesehen wird.Ich verstehe beide Seiten.

      Die PID ist eben ein Diskussionsthema, das nie zu einem befriedigenden Ende führen kann.Dazu gibt es zuviele Argumente, die zwangsweise aus den Blickwinkeln der verschiedenen Betroffenen niemals objektiv sein werden. Und es ist ja hier nun auch schon recht heftig darüber diskutiert worden...

      Aus Liebe zum Leben würde ich die PID wählen, weil ich mein Baby im Krankheitsfall nicht abtreiben könnte. Aber ich will auch nicht, dass nochmal ein Baby so leiden muß.Ich treffe die Entscheidung vorher und ich sehe daran nichts Falsches.

      Karin
      Karin(34) und Frank (38) mit Franziska,19.10.2007 ( Status ungeklärt...) und Sternenkind Johannes SMA1 02.08.2010 - :k: 08.09.2010
    • Sicherlich spiegelt der Artikel zwei wesentliche Standpunkte wieder - jedoch wird, wie Karin bereits sagte, keine "Lösung" für das Problem gefunden werden.

      Wir nehmen das selbe Thema momentan in Philosophie durch und mir wird regelmäßig einfach nur schlecht, wenn ich mir Gründe für die PID bzw. auch für die Tötung von behinderten Menschen durchlesen muss! Peter Singer kann sich sicher sein, dass er der Erste auf meiner Liste für "unwertes Leben" wäre, würde ich ihn jemals treffen...

      Sicher ist es nicht leicht für Eltern von behinderten Kindern, aber ich finde es nahezu lächerlich zu sagen, dass man dem Kind solch ein Leben nicht wünscht.
      Niemand kann sagen, wie wir unser Leben finden, außer wir selbst. Und wie können wir das letztendlich, wenn man uns die Gelegenheit zum Leben nicht gibt, uns einfach aussortiert?
      Singer sagt von vornherein, dass behinderte Menschen gar kein Selbstbewusstsein haben und, dass es gerechtfertigt sei sie zu töten. Woher in Gottes Namen will das irgendwer wissen?
      Selbst bei geistig Behinderten kann NIEMAND in die Köpfe schauen, niemand weiß, ob sie einen Willen zum Leben haben und so lange das niemand weiß hat man doch wohl ein Recht auf Leben...jeder kann sagen "es macht nicht den Eindruck, dass..." aber beweisen, wissen, kann es nur derjenige selbst.

      Ich denke in den meisten Fällen wird die PID und auch die Abtreibung bevorzugt, um die mit dem behinderten Kind verbundene Arbeit zu vermeiden. Sich selbst nicht belasten zu wollen ist meiner Meinung nach völlig okay - aber jede mit einem Samen verschmolzene Eizelle stellt potenzielles Leben dar, egal ob im Mutterleib oder im Reagenzglas - und bevor man Leben tötet, sollte man doch lieber gänzlich auf Kinder verzichten.

      Von der PID kann man dann auch gleich zum Transhumanismus übergehen und sich das perfekte Kind basteln...
      Und auch wenn viele sagen, dass sie das "perfekte Kind" gar nicht wollen, bloß ein ganz "normales", dann frage ich: Was ist normal?
      Für alle, die ein behindertes Kind haben wäre ein "normales" Kind perfekt!
      Und irgendwann ist diese Perfektion wirklich für jeden normal und wir wollen höhere Ziele erreichen, immer perfekter werden.
      Wir bleiben letztendlich auf der Strecke, weil wir nicht das sind, was man von uns erwartet hat.
      Letztendlich bleiben für mich äußerlich perfekte Menschen die durch ihren Drang zur Perfektion jeglichen Charakter verloren haben...

      Ich für meinen Teil weiß jetzt schon, dass ich Kinder bekommen werde - seien sie gesund oder eben nicht - weil jeder das Leben verdient hat, und sei es noch so kurz.

      "I'm beautiful in my way, 'cause god makes no mistakes, I'm on the right track, baby, I was born this way!"
      (Lady Gaga - Born this way)
    • Ohne den Artikel gelesen zu haben, möchte ich nur darauf hinweisen, daß sich manche Eltern die bereits ein behindertes Kind haben, deshalb bei einer Schwangerschaft eines erneut behinderten Kindes, für die Abtreibung entscheiden, weil sie es selbst nicht schaffen würden, das alles nochmal durch zu machen, bzw. mit zwei behinderten Kindern und evtl. sogar einem gesunden Kind dazwischen, noch "vernünftig" leben könnten. Vernünftig in "" weil ichs grad nicht anders ausdrücken kann.
      Ja es ist ein Disskussionsthema das wohl nie zu einem Ergebnis führen würde, weil keiner der Parteien die Hintergründe des anderen wirklich verstehen kann....
      Darum: Meinungsfreiheit, aber auch Akzeptanz der anderen Meinung!!!

      Danke!
      Liebe Grüße
      Birgit


      Charakter ist nicht nur ein Käse! Aber das wissen manche leider nicht!!!

      Unser Sonnenschein
    • Ich sehe es genauso wie Birgit.
      Ich habe auch meine persönliche Meinung zum Thema PID - akzeptiere aber auch voll die andere Seite/ Meinung!
      Nur das ist leider nicht immer einfach, weil manche von ihrer Meinung so sehr überzeugt sind, und gar nichts anderes gelten lassen wollen.

      Danke für Deine Worte, Birgit. Du hast mir aus der Seele geschrieben, ich unterschreibe Deinen Beitrag!
      LG Michaela

      Michaela (*02/79) mit Dalya (*10/2001) und Abdallah (*07/2005, SMA) und Yassin(*07/2010)
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    • Hi,

      michi79 schrieb:

      Ich habe auch meine persönliche Meinung zum Thema PID - akzeptiere aber auch voll die andere Seite/ Meinung!
      Nur das ist leider nicht immer einfach, weil manche von ihrer Meinung so sehr überzeugt sind, und gar nichts anderes gelten lassen wollen.
      das gilt aber sowohl für die Befürworter der PID, als auch für die Gegner.

      Darüberhinaus finde ich, dass man erst einmal den Artikel lesen sollte, denn sonst weiß man nämlich nicht wirklich um was es darin geht und wie dort die Meinungen zum Thema eigentlich sind.

      Ich finde die Meinung von Kathi92 sehr interessant und gebe zu, aber das ist sowieso bekannt, dass ich ihre Meinung voll unterstütze. Kann aber trotzdem beide Seiten verstehen, weil ich weiß, wie es ist, wenn der Kinderwunsch sehr groß ist. Trotzdem haben wir, Gregor und ich, uns gegen eine Schwangerschaft entschieden und das heißt, wir verhüten von vornherein. Eben weil wir wissen, dass ich durch mein handicap nicht in der Lage bin, mich um das Kind zu kümmern und weil die Schwangerschaft für mich gewisse Risiken mit sich bringen kann. Somit werde ich den Kinderwunsch und der ist wirklich verdammt riesig, nie erfüllt bekommen und damit leider Leben müssen. Genau wie die Eltern, die es aus biologischen oder krankheitsbedingten Gründen leider auch müssen. Nur könnten sie sich auch ein Kind adoptieren, was ich wiederum nicht kann, weil das keine Behörde zulässt.
      Liebe Grüße
      Sandra
    • Ich kann jeden verstehen, der sich zusätzlich zu einem behinderten Kind nicht noch eines zutraut, dagegen sage ich gar nichts.
      Nur gibt es durchaus Eltern, die vorschieben, es dem Kind nicht antun zu wollen. Ich finde an dieser Stelle sollte man ehrlich sein und sich und auch anderen seine Schwäche eingestehen, da ist nichts verwerfliches dran.
      Nur finde ich es einfach schlimm, sämtliche, ebenfalls behinderte Kinder abzutreiben oder vorher "auszusortieren"...
      Dann sollte man einsehen, dass weitere Kinder auf natürlichem Weg ein Risiko darstellen und entweder man geht es ein und lebt damit, oder man lässt es.
      Wie bereits erwähnt kann man die Kinder ja auch adoptieren und damit dann gleich was gutes tun.

      Letztendlich ist es ja wirklich jedem selbst überlassen, ich sage eben nur, dass ich es nicht für ethisch vertretbar halte.
      Wir stehen in Deutschland für die Chancengleichheit und machen sie mit sowas aus persönlichen Gründen einfach zunichte, das finde ich einfach schade.

      "I'm beautiful in my way, 'cause god makes no mistakes, I'm on the right track, baby, I was born this way!"
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    • So... jetzt hab ich den Artikel gelesen.
      Wie ich hier im Forum auch schon öfter gesagt habe, ich kann beide Seiten verstehen. Die von Euch erwachsenen, die Ihr Euch damit "nicht erwünscht" fühlt, wenn man davon spricht die PID zuzulassen, aber eben auch die der Eltern, die bereits ein krankes Kind (verloren) haben und das nicht nochmal durchstehen möchten.

      Ich denke es ist immer noch einfacher, dieses "kranke Etwas" das da in der Petrischale liegt zu entsorgen, als sich einer Abtreibung zu unterziehen. Das ist wohl der grundsätzliche Punkt, für die PID! Jede Mutter kann einem erklären, wie es ist, ein Kind in sich wachsen zu fühlen, wie sich der Körper verändert... Das ist bei der PID eben nicht, drum ist es wohl einfacher, diesen Schritt zu gehen, als es einfach zu probieren, und dann nach einer positivem Chorionzottenbiobsie abzutreiben...
      Liebe Grüße
      Birgit


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      Unser Sonnenschein
    • Aber, was ist zum Beispiel, wenn an dem "Etwas" keine SMA festgestellt wurde, es dann in die Gebärmutter eingesetzt wird und das Kind dann zur Welt kommt, allerdings dann doch nicht ohne Behinderung, sondern beispielsweise einem Herzfehler oder der Trisomie 21 etcpp.? Denn soweit ich weiß wird immer nur nach dem bekannten Gen Defekt geprüft und nichts anderem. Was machen die Eltern dann? Dann stoßen sie das Kind doch auch nicht ab oder doch?

      Die Frage wurde leider noch nie beantwortet, obwohl ich sie schon einmal im PID Thread stellte?

      Kathi92 schrieb:

      Dann sollte man einsehen, dass weitere Kinder auf natürlichem Weg ein Risiko darstellen und entweder man geht es ein und lebt damit, oder man lässt es.
      Wie bereits erwähnt kann man die Kinder ja auch adoptieren und damit dann gleich was gutes tun.


      So sehe ich das auch, denn das Risiko ist bekannt und dementsprechend wäre es sicher besser, man lässt es und adoptiert ein kleines Baby oder ein Kleinkind, dann ist man auf der sichereren Seite ein gesundes Kind zu haben. Dieses kann natürlich auch im Laufe der Zeit an einer unheilbaren Krankheit erkranken oder verunfallen, aber die Wahrscheinlichkeit ist minimal.
      Darüberhinaus tut man auch etwas gutes, dem stimme ich voll zu! ;)

      Wie dem auch sei, noch wird sowieso über die PID diskutiert und das Thema ist noch lange nicht vom Tisch. Ich bin gespannt wie die Politiker letztendlich entscheiden und die Akte damit geschlossen wird.


      Lebenshilfe bekräftigt Kritik an PID (30. Januar 2011)


      Berlin (kobinet) In der Diskussion um die Präimplantationsdiagnostik (PID) weist die Bundesvereinigung Lebenshilfe darauf hin, dass das Erfolgsversprechen der PID nur in wenigen Fällen eingelöst werden kann. Lediglich ein knappes Drittel der Frauen bringt nach mehreren Zyklen künstlicher Befruchtung ein Kind zur Welt. Von diesen Kindern wird ein Drittel zu früh geboren, was mit gesundheitlichen Risiken verbunden ist. Durch die künstliche Befruchtung tragen nach Expertenmeinung drei Prozent der Kinder schwere Schäden davon.

      "Dem geringen Erfolg der PID stehen massive ethische Probleme gegenüber. Denn eine Methode, die auf der Selektion von Embryonen beruht, verletzt die Menschenwürde", erklärte Robert Antretter, Bundesvorsitzender der Lebenshilfe. Daher plädiert die Lebenshilfe dafür, die PID nicht zuzulassen. Zudem erwecke die PID den Eindruck, Behinderung sei vermeidbar. Das würde zu einer abnehmenden Solidarität der Gesellschaft gegenüber Menschen mit Behinderung führen.

      Stattdessen sei es Aufgabe der Gesellschaft, Menschen mit schweren Behinderungen und Krankheiten sowie ihren Familien ein gleichberechtigtes Leben zu ermöglichen und ihren Anspruch auf gesellschaftliche Teilhabe zu verwirklichen. moh
      Liebe Grüße
      Sandra
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    • Um Deine Frage, aus meiner Sicht, zu beantworten, Sandra: Ich denke nicht, daß das Kind dann verstoßen wird, natürlich nicht. Und sicher hast Du Recht, daß es trotz des Ausschlusses dieses Gendefektes, einen anderen haben kann oder eine andere schwerwiegende Krankheit. Wobei... Trisomie 21 wird glaub ich während der SSV getestet, bin mir aber nicht ganz sicher.
      Es kann auch passieren, daß meinem gesunden Kind nun was auf den Kopf fällt, und er sein restliches Leben genauso auf Hilfe angewiesen sein wird, wie seine Schwester, und deswegen würde ich ihn auch nicht verstoßen. Ich müsste mir wohl ein größeres Netzwerk aufbauen, das mich unterstützt, da ich nun zwei Pflegefälle hätte...

      Wie gesagt, ich kann beide Seiten verstehen und mich reinversetzen, drum werd ich künftig zu diesem Thema schweigen....
      Liebe Grüße
      Birgit


      Charakter ist nicht nur ein Käse! Aber das wissen manche leider nicht!!!

      Unser Sonnenschein
    • Ja, auf Trisomie 21 wird während der Schwangerschaft bereits getestet, anhand der Nackenfalte des Kindes, soweit ich weiß.

      Schweigen zu diesem Thema oder mitreden bzw. diskutieren bleibt natürlich jedem selbst überlassen, aber ich finde, wir sind alle erwachsen genug und sollten vernünftig über solche Themen diskutieren können, mittlerweile geht das auch recht gut, finde ich.
      Liebe Grüße
      Sandra
    • Hi,

      meine Meinung zu diesem Thema kennt ihr ja...:) Eines möchte ich hier allerdings noch anmerken: Die Gegner der PID kommen immer mit deem Argument, daß man ja adoptieren könnte - so leicht ist das aber auch nicht. Wenn man bereits ein behindertes Kind hat, hat man leider keine Chance ein Kind zu adoptieren...:( Und ein Pflegekind ist ebenfalls schwierig - und dort muß man mit dem Verlust des Kindes rechnen....

      LG
      Tina
    • Hi,

      so komisch es klingt, aber irgendwie ist die Thematik so heikel und schwierig, dass ich mich natürlich auch mal damit beschäftige, aber überhaupt keine eigene klare Meinung dazu habe. Natürlich sind von beiden Seiten die Argumente erstmal sehr verständlich. Aber ich denke, die entscheidende Frage ist doch letztendlich die: Wenn wir uns mithilfe der PID für ein Embryo ohne Gendefekt entscheiden, ist das Kind, was daraus entsteht, dann im Wesentlichen immer noch dasselbe Kind wie das mit Gendefekt??

      Diese Frage können wir einfach nicht beantworten, und rein wissenschaftlich schon gar nicht. Befürworter der PID sagen häufig ja, und sie würden diesem Kind damit Leiden ersparen, indem es das bestmögliche genetische Material bekommt. Gegner der PID sind eher der Meinung, es wären in Wahrheit völlig verschiedene Kinder gewesen.

      Diese Frage können wir einfach nicht beantworten, das basiert auf Überzeugung. Bin selber wie gesagt unentschlossen, wahrlich kein großer Anhänger des Gedankens, der der PID zugrundeliegt. Aber ich kann sehr gut verstehen, dass sich betroffene Eltern sehr dafür einsetzen und habe kein grundsätzliches Problem, sie in einigen Fällen zuzulassen.

      Lg, Tim

      PS: diesen Peter Singer kann ich auch nicht ab, aber das können hier vermutlich die wenigsten. War so ziemlich das einzige Mal, dass ich wirklich im Ethikunterricht mal Interesse und eine Meinung hatte :)
      "Tim, kannst Du nicht dein Beatmungsgerät abstellen? Das Geräusch stört meinen Unterricht."
      - Zitat einer Englischlehrerin in der 7. Klasse, zum Glück ist sie inzwischen pensioniert.
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    • Guten Morgen,

      Tina schrieb:

      Die Gegner der PID kommen immer mit deem Argument, daß man ja adoptieren könnte - so leicht ist das aber auch nicht. Wenn man bereits ein behindertes Kind hat, hat man leider keine Chance ein Kind zu adoptieren...
      aber die, die wegen eines behinderten Kindes nicht adoptieren dürfen, haben zumindest ein Kind. Im Gegensatz zu uns, die weder ein Kind haben, noch ein Kind, aufgrund des eigenen handicaps, adoptieren können.
      Die Option Adoption, wäre aber zu mindestens für diejenigen eine Lösung, die ihr Kind leider durch eine schwere Erkrankung oder Behinderung gehen lassen mussten. Denn wie der Artikel der Lebenshilfe schon erwähnt, ist es eine sehr nervenaufreibende Sache, wenn man sich für eine PID entscheiden würde. Es kann nämlich mehrere Anläufe brauchen bis es zu einem positiven Erfolg kommt und auch dann kann es immer noch zu Behinderungen kommen.
      Ich denke mir, dass das gerade für Eltern die ein Kind oder vielleicht auch schon zwei gehen lassen mussten, sehr zur psychischen Belastung beiträgt. Viel mehr als für Eltern, die daheim ein behindertes Kind sitzen haben.

      @Tim:

      Deinen Beitrag fand ich sehr interessant. :)
      Liebe Grüße
      Sandra
    • Sunflowers: Ich habe ja nun 3 eigene Kinder. Und ich für mich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass ich ein adoptiertes Kind genauso lieben würde wie mein eigenes. Die Zeit der Schwangerschaft ist ja schon etwas ganz besonderes, und man baut ja von vornherein ne Bindung zu dem Kleinen auf. Aber das ist wie gesagt meine Meinung, und zum Glück gibt es viele Paare, die das anders sehen!!!
      LG Michaela

      Michaela (*02/79) mit Dalya (*10/2001) und Abdallah (*07/2005, SMA) und Yassin(*07/2010)
    • Hallo,

      Howeynous schrieb:

      Wenn wir uns mithilfe der PID für ein Embryo ohne Gendefekt entscheiden, ist das Kind, was daraus entsteht, dann im Wesentlichen immer noch dasselbe Kind wie das mit Gendefekt??


      nein eigenltich nicht, es ist dann der Bruder oder die Schwester.

      Ich bin froh, daß ich leben darf, genieße mein Leben und das tun viele Smartys. Ich weiß, daß es für meine Eltern auch schwierig war, die Krankheit auszuhalten, sie sind - im Gegensatz zu mir - nicht damit groß geworden und haben sich andere Vorstellungen vom Leben gemacht. So sehr ich es auch nachvollziehen kann, wie belastend ein behindertes Kind ist, so sehr steht aber mein eigener Lebenswille und meine Lebensfreude der Akzeptanz der PID entgegen. Es steht mir aber nicht zu Mütter, die das anders sehen, zu beurteilen, das will ich nicht und mache ich nicht. Es sollte sich nur jeder im Klaren sein, daß die PID keinesfalls eine Garantie auf ein gesundes Kind bedeutet.

      Viele Grüße
      San
      Niemals aufgeben.
    • Gesetzentwurf für Verbot der Präimplantationsdiagnostik

      Berlin (kobinet) Abgeordnete aller im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien stellen heute vor der Bundespressekonferenz in Berlin ihren Gesetzentwurf für ein Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID) vor. In einem von kobinet am 17.12.2010 dokumentierten Eckpunktepapier Gute Gründe für ein Verbot der Präimplantationsdiagnostik hatten sie dargelegt, warum sie ein umfassendes gesetzliches Verbot anstreben.

      Im Gegensatz zu dieser auch von Behindertenverbänden begrüßten Initiative wurde ein ebenfalls von Mitgliedern aller Fraktionen getragener Gesetzentwurf vorgelegt, der eine bedingte Erlaubnis der Präimplantationsdiagnostik (kobinet 21.12.2010) vorsieht. Im Sommer soll im Bundestag eine Entscheidung getroffen werden, bei der die Abgeordneten ohne Fraktionszwang abstimmen.

      "Dem geringen Erfolg der PID stehen massive ethische Probleme gegenüber. Denn eine Methode, die auf der Selektion von Embryonen beruht, verletzt die Menschenwürde", warnte die Lebenshilfe. Bundesvorsitzender Robert Antretter erklärte, zudem werde der Eindruck erweckt, Behinderung sei vermeidbar. Das würde zu einer abnehmenden Solidarität der Gesellschaft gegenüber Menschen mit Behinderung führen. Auch die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL), so wurde kürzlich nach einer Klausurtagung angekündigt, will jetzt mit einer aktuellen Stellungnahme in die politische Debatte eingreifen. sch
      Quelle

      Stand 08. Februar 2011
      Liebe Grüße
      Sandra
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    • Hab ja schon auch über dieses Thema meine Meinung geschrieben und möchte mich jetzt nicht wiederholen nur eins zu dir Sandra: Ich kanns total nachvollziehen, dass du kein "Fan" von der PID bist, denn das Argument, dass andere Paare nicht das Glück haben Kinder zu kriegen aus jeglichen Gründen, ist absolut nachvollziehbar. Ich habe eine Bekannte, die seit 20 Jahren versucht schwanger zu werden, es aber nicht klappt und das ist doch ein ziemlich schweres Los, wo ich dann denke und Gott dafür danke, dass er mir Durim geschenkt hat.

      Dieses Argument von dir hat mich zum nachdenken angeregt.

      Kathi: Es ist normal, dass wir Eltern unseren Kindern nicht wünschen krank auf die Welt zu kommen, weil es das Kind nicht leicht haben wird im weiteren Leben, aber natürlich ist es für uns Eltern auch eine enorme Belastung noch ein Pflegebedürtiges Kind zu haben. Also ich steh dazu, dass ich das einfach nicht packen könnte und deswegen auch nur mit dem Gedanken wieder ein Kind zu bekommen Angst habe. Hier haben das auch mehrere Eltern geschrieben, weil du ja schriebst, dass manche Eltern es aufs Kind verschieben, es dem Kind nicht antun zu können.

      LG
      Besiana
      LG Besiana & Durim
    • ist denn egoistisch zu sagen ich habe schon ein schwerbehindertes Kind und könnte das alles nicht nocheinmal durch machen? die Ängste, die seelische und Körperliche Belastung, die Sorge wie wird es dem Kind ergehen mit diesen Einschränkungen? (Nicht jeder trägt sein Schicksal so toll und selbstbewußt wie unsere Erwachsenen SMArties hier) Ich weiß einfach das ich einem weiteren schwerbehindertem Kind nicht gerecht werden könnte. Ich würde diese Aufgabe annehmen, weil ich jedes Kind lieben würde welches mir das Leben schenkt - aber was bin ich den Kindern für eine Mutter wenn ich verzweifle, wenn ich keine Kräfte mehr habe mich auf zu raffen, keine Kräfte mehr habe nach vorn zu schauen, keine Kräfte mehr habe für meine Kinder zu sorgen und sie zu versorgen. Es ist so unendlich schwer zu wissen den Kindern nicht das bieten zu können was sie brauchen (ich rede hier nicht von Liebe sondern von den Dingen wo das Geld fehlt) Es ist so unendlich schwer das Kind weinen zu sehen weil es mit de anderen laufen will und Dinge tun möchte die es einfach nicht kann. Ich bin ja wirklich kreativ und biete meinem Kind alles was in meiner Macht steht - aber wenn dann der gesundheitliche Stand wieder die Angst hochschnellen lässt, wenn das Kind zu ersticken droht, wenn es schmerzen hat, wenn es einfach so hilflos ist, wenn ach ich kann das nicht alles aufzählen. Klar Sandra nun wirst Du sagen, auch um gesunde Kinder macht man sich Sorgen und weiß nie was passiert. Aber mit unseren Kindern ist es doch was anderes!!!

      Bin ich wirklich egoistisch wenn ich sage ich möchte nicht um weiteres Kind Angst haben müssen, jeden Tag zittern und hoffen das die Medizin endlich was findet da ich sonst eventuell mein Kind überlebe?

      Ich finde auch das die PID nicht für jeden zugelassen werden soll - denn ich finde die Argumente der anderen Seite sehr nachvollziehbar und unterstütze auch einige davon. Aber doch denke ich das es eine kleine Gruppe geben sollte denen es gestattet werden sollte... wie zB in unserem Fall wo wir schon diese (ich sag es mal vorsichtig - ich möchte niemanden zu nahe treten) Last tragen...

      Dieses Thema wird wohl eine nie endende Story sein. Und ich bin auch froh das jeder von uns hier ist und ich würde im nachhinein nie hergeben... das ist ja das Problem man möchte sein Kind nie hergeben müssen!!!!!!!! Aber SMA lässt vielen hier keine andere Wahl.
      Liebe jeden Tag, egal was er Dir bringt - Du weißt nie ob Du morgen noch die Chance dazu hast...



    • Hallo Steffi,

      wenn du weißt, du schaffst das nicht noch ein weiteres Mal, dann gibts ja die Möglichkeit der Verhütung und schon ist es gegessen. Wenn aber, wie in deinem Fall mal als Beispiel, der Partner weg ist und man einen neuen Partner hat mit dem man ein Kind haben möchte, dann sollte er sich testen lassen und wenn das Testergebnis positiv für euch ausfällt, dann steht einer Schwangerschaft nichts im Weg. Ist er auch Überträger, dann finde ich, sollte euch klar sein was passieren kann und dann heißt es hopp oder topp - Riskieren und akzeptieren oder doch lieber verzichten.
      Egoistisch ist es dann für mich, wenn ich trotz des bekannten Risikos den Versuch wage, weil ich unbedingt ein Kind will.

      Ich finde niemand darf und hat auch nicht das Recht, über das Leben des anderen zu entscheiden, auch wenn es sich um eine Zelle handelt. Zellen sind nämlich auch Lebewesen, wie wir im Biologieunterricht gelernt haben.

      Woher weißt du denn, dass es auch behinderte gibt, die nicht so selbstbewusst sind wie wir? Keiner weiß genau was in den Köpfen anderer vorgeht.

      Natürlich werde ich als Kind auch die ein oder andere Situation gehabt haben, wo ich geweint habe und frustriert war, bewusst erinnern kann ich mich nicht. Ich wurde aber ganz normal erzogen, ohne irgendwie eine Rücksichtsnahme wegen der SMA genossen zu haben und die Hilfsmittelversorgung war in der DDR grottenschlecht. Dennoch bin ich meinen Weg gegangen und bin froh, dass meine Eltern mich nicht aussortiert oder abgetrieben haben.

      Ich denke schon, dass eure Mäuse ihren Weg alle richtig gehen werden!
      Liebe Grüße
      Sandra